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Home » Glossar » Wirtschaft: Vermögenssteuer

Wirtschaft: Vermögenssteuer

Angesichts der Wirtschaftskrise wurde die Möglichkeit einer Erhöhung der vermögensbezogenen Steuern diskutiert. Diese sind in Österreich im internationalen Vergleich sehr gering bemessen und nehmen sogar ab. Steuern auf Vermögen belaufen sich in Österreich nur auf 0,5 % des BIP, d.h. nicht einmal auf ein Viertel des durchschnittlichen europäischen Niveaus. Die obersten 1% der Bevölkerung besitzen 34% des Gesamtvermögens, die obersten 10% gleich Zwei Drittel (70%) des Gesamtvermögens.

Angesichts der Wirtschaftskrise wurde die Möglichkeit einer Erhöhung der vermögensbezogenen Steuern diskutiert. Diese sind in Österreich im internationalen Vergleich sehr gering bemessen und nehmen sogar ab. Von den 30 OECD- Mitgliedsländern liegt nur Tschechien (1,2% der Gesamtbesteuerung) hinter Österreich (1,4%; im Vergleich: UK 12,4%, USA 11,1 %). Steuern auf Vermögen belaufen sich in Österreich nur auf 0,5 % des BIP, d.h. nicht einmal auf ein Viertel des durchschnittlichen europäischen Niveaus. (Diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2006/ 2007, also noch bevor die Erbschafts- und Schenkungssteuer im August 2008 abgeschafft wurden.)Die obersten 1% der Bevölkerung besitzen 34% des Gesamtvermögens, die obersten 10% gleich Zwei Drittel (70%) des Gesamtvermögens. 


Den größten Beitrag zum Abgabenaufkommen leisten also Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen mittels Sozialversicherungsbeiträgen, Lohnsteuern und Verbrauchsteuern. Die obersten 5% der Spitzenverdiener und Spitzenverdienerinnen konnten hingegen von 1995 bis 2006 ihr Einkommen um über fünf Milliarden steigern – ungefähr so viel, wie 60% der Bevölkerung mit geringen und mittleren Einkommen.


Befürworter und Befürworterinnen neuer vermögensbezogener Steuern argumentieren mit Verteilungsgerechtigkeit und mit Mehreinnahmen in Milliardenhöhe. Sie fordern auch eine Abschaffung der aktuellen Form der Privatstiftung in Österreich, in welcher große Kapitalmengen weitgehend steuerfrei geparkt werden können. 


Als Argument gegen vermögensbezogene Steuern wird  oft genannt, dass Unternehmer und Unternehmerinnen ihren Wohn- und Arbeitsort aus Österreich wegverlegen und damit Arbeitsplätze gefährden könnten. Weiters wird angeführt, dass diese Steuern nur dann effektive Mehreinahmen brächten, wenn auch weite Teile des Mittelstandes miteinbezogen würden, was den bereits jetzt hoch besteuerten "kleinen Häuselbauer" besonders stark treffen würde.


Quellen (7.8.2009):
http://www.politikberatung.or.at/typo3/fileadmin/02_Studien/5_armut/armutundreichtum2008.pdf,  Seite 107ff
http://www.oecd.org/document/39/0,3343,de_34968570_34968855_39496103_1_1_1_1,00.html
http://www.oecd.org/document/55/0,3343,de_34968570_35008930_41498359_1_1_1_1,00.html
http://noe.arbeiterkammer.at/bilder/d59/Kurzstudie_Vermoegensbesteuerung.pdf
http://www.faire-steuern.at/fakten.php

http://www.armutskonferenz.at/armutskonferenz-armutsforschung-reichtum-verteilung-reichtuemer.htm