Bildung - Hochschulen - Studiengebühren
Studiengebühren bedeuten eine Beteiligung von Studierenden an der Finanzierung der Universitäten und zählen zu den großen politischen Konfliktpunkten in Österreich. Nach der Abschaffung in den 1970er Jahren wurden 2001 die Studiengebühren unter der ÖVP/FPÖ-Regierung und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in Höhe von 363,03 € wieder eingeführt. Dies führte zu zahlreichen Protesten der Studierenden und der Opposition. 2008 schließlich wurden umfassende Befreiungen beschlossen - für österreichische Studentinnen und Studenten, die ihr Studium in der Mindeststudienzeit zu einem Abschluss bringen. Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland oder an Fachhochschulen (FH) bezahlen weiterhin Studiengebühren.
Studiengebühren bedeuten eine Beteiligung von Studierenden an der Finanzierung der Universitäten und zählen zu den großen politischen Konfliktpunkten in Österreich. Nach der Abschaffung in den 1970er Jahren wurden 2001 die Studiengebühren unter der ÖVP/FPÖ-Regierung und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer in Höhe von 363,03 € wieder eingeführt. Dies führte zu zahlreichen Protesten der Studierenden und der Opposition. 2008 schließlich wurden umfassende Befreiungen beschlossen - für österreichische Studentinnen und Studenten, die ihr Studium in der Mindeststudienzeit zu einem Abschluss bringen. Studierende aus dem Nicht-EU-Ausland oder an Fachhochschulen (FH) bezahlen weiterhin Studiengebühren (1).
Studiengebühren werden seit der Abänderung des Universitätengesetzes 2002 direkt an das Budget der besuchten Universität bezahlt. Sie enthalten nicht den Pflichtbeitrag zur Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) in Höhe von 16,50€ oder die Unfallversicherung in Höhe von 0,50 € pro Semester. 2007 wurde von der Bundesregierung die Möglichkeit eingeführt, eine Rückzahlung der Studiengebühren durch das Ableisten von 60 Stunden Sozialdienstes (z.B. in Form von Nachhilfe oder Studienberatung an Schulen) zu erwirken(2).
Befürworterinnen und Befürworter begründen die Notwendigkeit von Studiengebühren mit der chronischen Unterfinanzierung des Hochschulsystems in Österreich. Sie argumentieren, dass mit der Finanzierung des Studiums durch die Studierenden selbst mehr Gerechtigkeit gegenüber jenen Teilen der Bevölkerung zu erzielen sei, die nicht studieren und das Hochschulsystem durch ihre Steuergelder mitfinanzieren. Die finanzielle Belastung von Studierenden aus sozial schwächeren Schichten soll dabei durch Stipendien ausgeglichen werden (3).
Gegnerinnen und Gegner sehen in den Studiengebühren Schranken im Bildungszugang und damit eine Einschränkung des Menschenrechts auf Bildung. Es wird u.a. auf eine Studie des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung verwiesen, die von einem Absinken der Studierendenzahlen aus finanziell benachteiligten Schichten während der Wirksamkeit der allgemeinen Studiengebühren spricht. Außerdem würden Studiengebühren eine Studienwahl nach ausschließlich wirtschaftlicher Verwertbarkeit begünstigen, wichtige Talente könnten verloren gehen, und die ohnehin niedrige Quote von Akademikerinnen und Akademikern in Österreich (20% bei einem OECD-Schnitt von 27%) würde sich nicht bessern (4).
(1): http://www.wissenswertes.at/index.php?id=studiengebuehren
(2): http://de.wikipedia.org/wiki/Studiengeb%C3%BChr
(3): http://www.megacard.at/article/studiengebuehren-oesterreich
(4): http://feuerhaken.org/oesterreich-braucht-studiengebuehren/
