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Home » Wählen ab 16! » ÖVP

ÖVP

Beantwortet von Silvia Fuhrmann, Jugendsprecherin der ÖVP.
wahlkabine ab 16



Laut einer Studie des Österreichischen Instituts für Jugendforschung wird die traditionelle Politik von 16 bis 24-Jährigen als immer unwichtiger eingestuft. Mit welchen Kernthemen gedenken Sie diese Wählerschicht (insbesondere Erstwählerinnen und -wähler) bei den kommenden Wahlen ansprechen bzw. erreichen zu können,  um bei ihnen Interesse an Politik zu wecken?

Jugendliche sind dann an Politik interessiert, wenn es Politiker schaffen, auf sie einzugehen und Lösungsvorschläge anbieten, die Rahmenbedingungen für ihre zentralen Lebensbereiche verbessern. Dazu gehören eine gute Ausbildung, eine passende Lehrstelle, ein sicherer Studienplatz, der erste Arbeitsplatz, ein faires Einkommen aber auch Themen wie gerechte Führerscheinpreise, Mobilität und leistbares Wohnen. Junge Menschen sind sehr kritisch und messen Politiker an ihrer Glaubwürdigkeit und Authentizität. Sie wollen klare Worte hören, die haben sie sich auch verdient!


Gewalt an Schulen

Was sind Ihrer Meinung nach Ursachen für die immer stärker zu beobachtende Gewalt an Schulen und mit welchen Maßnahmen soll diesem Problem entgegengewirkt werden?

Primär ist die immer höher werdende Gewaltbereitschaft an Schulen sicherlich eine Integrationsfrage! Das bedeutet, dass einerseits die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund gefördert werden muss, andererseits aber auch eine zielgerichtete Ausbildung der Lehrer diesbezüglich.


Jugendarbeitslosigkeit

Einen Arbeitsplatz für jede/n Jugendliche/n: Wie soll dem Problem der mangelnden Lehrausbildungsplätze in Österreich politisch begegnet werden?

Im Mai 2008 ist die Jugendarbeitslosigkeit um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.  Die Lehrstellenlücke hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 40% auf derzeit 364 "fehlende" Lehrstellen verkleinert. In vier Bundesländern - Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol - gibt es derzeit mehr offene Lehrstellen als Lehrstellensuchende, also eine Lehrlingslücke. 

Europaweit sind wir auf Platz vier, was die Lehrlingsausbildungsplätze betrifft. Wir sind also auf einem sehr guten Weg, den wir auch beibehalten müssen! Denn jeder Jugendliche der ohne Arbeit oder Lehrstelle dasteht, ist einer zu viel. Das muss in der Politik Priorität haben.


Alkohol- und Cannabisgenuss

Stärkere Kontrolle oder strengere Bestrafung: Mit welchen Maßnahmen soll die Jugend vor dem Alkoholmissbrauch (Stichwort "Komatrinken") geschützt werden? Warum soll dem gegenüber der Genuss von Cannabis weiterhin illegal bleiben? 

Alkoholmissbrauch von Jugendlichen muss uns alle hellhörig machen! Warum gehen Jugendliche überhaupt so weit? Ist es der Gruppenzwang, um vor Freunden eventuell als Held gefeiert zu werden? Oder sind es das soziale Umfeld und eine schwierige Familiensituation, welche die Kinder zu solchen Handlungen bewegen? In jedem Fall wäre es falsch, mit erhobenem Zeigefinger auf Kinder und Jugendliche loszugehen. Vielmehr ist es eine Verantwortung, welche die Eltern und Erwachsene wahrnehmen müssen. Vor kurzem hat Bundesminister Bartenstein eine Novelle der Gewerbeordnung veranlasst, die vorsieht, dass die Personen, die  hauptsächlich zur Verantwortung gezogen werden müssen, jene sind, die an Minderjährige Alkohol ausgeben. Dies sind Eltern genauso wie Lokalbetreiber. Erwachsene müssen mehr Verantwortung übernehmen! 

Zum Thema Cannabis gibt es in Österreich eine ganz eindeutige Gesetzeslage und diese soll auch nicht verändert werden.


Sexualität

Gemäß einer Umfrage ist der Anteil an unter 18jährigen, welche einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen, immer noch sehr hoch. Wie lässt sich dieses Problem Ihrer Meinung nach lösen?

Hier kann eine verstärkte Aufklärung über Präventionsmaßnahmen "ungewollter" Schwangerschaften ein wichtiger Punkt sein. Noch wichtiger ist es aber, dass Mädchen, die ungewollt schwanger geworden sind, auch ausreichend Unterstützung bekommen.


Verschuldung bei Jugendlichen

Mit welchen Mitteln ist Ihrer Meinung nach eine maßlose Verschuldung von Menschen in jungen Jahren zu verhindern bzw. in welcher Form könnte eine Entschuldung stattfinden, um deren ökonomische Situation nicht bereits in jungen Jahren aussichtslos werden zu lassen?

Ein wesentlicher Punkt ist sicher, dass Einkommen gerecht sein muss.  Die Leistung sollte der entsprechende Faktor sein und nicht das Alter. Denn gerade wenn man jung ist, Wohnraum schafft und  Familie gründet, jetzt auch eine private Pensionsvorsorge abschließen muss, braucht man Geld, das man in jungen Jahren aufgrund des Senioritätsprinzips im Gehaltsschema oft nicht verdienen kann. Daher  muss es zu einer Umverteilung des Lebensverdienstes mit höheren Einstiegsgehältern kommen.
Prinzipiell muss es aber schon Präventionsmaßnahmen geben. Zum Beispiel sollten Banken Junge Menschen genau über die Folgen und Probleme, die aus Schulden entstehen, beraten, um dem vorzubeugen. Weiters gibt es sehr gut strukturierte Anlaufstellen, wie die österreichische Schuldnerberatung, die sich kostenlos der Probleme der Menschen, egal welcher Altersgruppe, annehmen.


Umwelt

Eines der wichtigsten Anliegen junger Menschen ist der Umweltschutz. Was sind Ihre Argumente und konkreten Pläne für eine Verbesserung der Umweltsituation in Österreich?

Umwelt ist ein Thema, das gerade junge Menschen im Sinne der Nachhaltigkeit betrifft und auch interessiert!

Es gilt, anspruchsvolle Klimaschutzziele zu definieren, wie den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz. Der Klimaschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht allein von der Politik bewältigt werden kann. Vielmehr sind Wirtschaft, Länder und jeder und jede Einzelne aufgefordert, ihrerseits den notwendigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Um den weltweiten Klimawandel wirksam begrenzen zu können, ist ein gemeinsames Handeln auf internationaler Ebene eine entscheidende Voraussetzung.


Pension

Wie soll das System aussehen, welches der Jugend von heute morgen die Pension sichert?

Noch nie in der Geschichte der Menschheit hatten so viele Menschen die Chance auf ein langes erfülltes Leben. Dank medizinischem und sozialem Fortschritt steigt die Lebenserwartung weiter an. Der Lebensanteil, der in der Pension verbracht wird, wächst und wächst. Was mit der demographischen Entwicklung allerdings auch wächst, ist eine Gerechtigkeitslücke zwischen Jung und Alt. Wenn in einem Umlageverfahren organisierten Pensionssystem immer weniger jüngere Menschen den Lebensstandard von immer mehr älteren Menschen finanzieren müssen und wenn – in demokratischen Prozessen – immer mehr ältere Menschen über immer weniger jüngere Menschen entscheiden, dann können Politik und Gesellschaft die damit verbundenen Herausforderungen nicht länger ignorieren.

Die Nachhaltigkeit sollte als oberster politischer Leitsatz definiert werden. Bei jedweden Entscheidungen sollten Auswirkungen nicht nur für die jetzt betroffene Generation, sondern auch für zukünftige Generationen berücksichtigt werden. Ganz allgemein sollte eine Generation nicht mehr Ressourcen verbrauchen, als sie selbst in das Systemgefüge eingebracht haben. Ansonsten werden alle nachfolgenden Generationen durch den übermäßigen Ressourcenverbrauch in ihrer eigenen Handlungsfreiheit beschnitten.


Migration

Warum dürfen viele in Österreich geborene Jugendliche, deren Eltern zugewandert sind, immer noch nicht wählen? Warum wird ihnen dieses Recht verweigert?

Es ist bei der Nationalratswahl im September erstmals wählen mit sechzehn erlaubt! Und zwar jedem österreichischen Staatsbürger. Niemandem, der in Österreich geboren wird, wird die Staatsbürgerschaft grundlos verweigert! Hier gibt es also keine Ungerechtigkeit, sondern eine logische rechtliche Vorgabe. Ich kenne – nebenbei bemerkt – kein anderes Land, in dem man als Nicht-Staatsbürger wählen darf!