Mehr als die Hälfte, nämlich 51,58 Prozent, der österreichischen Bevölkerung sind Frauen (Statistik Austria, 2001). Trotzdem sind Frauen vor allem in gehobenen Positionen (z.B. Managementposten und Aufsichtsräten in der Privatwirtschaft, in Wissenschaft und Forschung, in Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung, ÖGB, etc.) noch immer unterrepräsentiert und haben dadurch weniger Gelegenheit zu Mitsprache in wichtigen Entscheidungsprozessen.
Gesetzliche Regelungen können hier Abhilfe schaffen. So können staatliche Förderungen an innerbetriebliche Programme zur Frauenförderung gekoppelt werden oder über Quotenregelungen ein Anteil von 40 oder 50% Frauen in Aufsichtsräten festgelegt werden, wie dies bereits in Norwegen Praxis ist.
Befürworter und Befürworterinnen von Quoten berufen sich darauf, dass Änderungen der bestehenden Verhältnisse so schneller durchführbar wären. Gegner und Gegnerinnen befürchten, dass es durch Quoten erst recht zu einer Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz käme: Mitarbeiter und Vorgesetzte könnten ihnen gegenüber das Vorurteil haben, dass sie nur aufgrund der Quote und nicht aufgrund ihres Könnens angestellt wurden.
Auch die österreichische Politik ist gefordert, mehr Frauen ins Parlament und in die Landtage zu berufen. Im österreichischen Nationalrat bestimmen 183 Abgeordnete über die Gesetze dieses Landes. 1919 zogen die ersten acht Mandatarinnen ins Parlament ein (5% aller Abgeordneten). Erst 1986 gab es mehr als 10% weibliche Abgeordnete im Hohen Haus; der höchste Anteil lag 2002 bei 33,9%.
Derzeit sind nur 52 der 183 Nationalratsabgeordneten Frauen (28,42%), die Zahl ist also wieder rückläufig. Damit hat Österreich eine niedrigere Frauenquote als viele andere Länder wie z.B. Ruanda, Schweden und (alle über 45%).
Klub | Anzahl Mandate | davon Frauen | in % |
SPÖ | 57 | 21 | 36,84 |
ÖVP | 51 | 13 | 25,49 |
FPÖ | 34 | 6 | 17,65 |
BZÖ | 21 | 2 | 9,52 |
GRÜNE | 20 | 10 | 50,00 |
GESAMT | 183 | 52 | 28,4% |
Von den 62 Mitgliedern des Bundesrats sind derzeit 16 Frauen (25,81%).
Frauenanteil in den österreichischen Landtagen:
(Reihung nach Prozentsatz an Mandatarinnen)
Landtag Wien: 42%
Landtag Oberösterreich: 39,29%
Landtag Vorarlberg: 36,1%
Landtag Tirol: 27,78%
Landtag Steiermark: 26,79%
Landtag Burgenland: 22,2%
Landtag Kärnten: 19,44%
Landtag Niederösterreich: 17,86%