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Wirtschaft/ Bildung: Praktika

Nach Schätzungen der Arbeiterkammer Wien arbeiten derzeit in Österreich pro Jahr ungefähr 130.000 Jugendliche und junge Erwachsene in den Ferien im Rahmen eines Praktikums oder eines Ferialjobs. Doch erst seit kurzer Zeit ist die Absolvierung von Praktika neben oder nach der Ausbildung für viele Jugendliche und junge Erwachsene zu einem wichtigen Teil der Karriereplanung geworden.

Nach Schätzungen der Arbeiterkammer Wien arbeiten derzeit in Österreich pro Jahr ungefähr 130.000 Jugendliche und junge Erwachsene in den Ferien im Rahmen eines Praktikums oder eines Ferialjobs. Doch erst seit kurzer Zeit ist die Absolvierung von Praktika neben oder nach der Ausbildung für viele Jugendliche und junge Erwachsene zu einem wichtigen Teil der Karriereplanung geworden.


Meist wird die im Praktikum geleistete Arbeit nicht bezahlt oder nur mit einem geringen Taschengeld entlohnt. Praktikanten und Praktikantinnen nehmen dies in Kauf, da sie sich meist erwarten, durch ein Praktikum zusätzliche Kenntnisse und Fähigkeiten in ihrem zukünftigen Berufsfeld zu erlangen. Zudem soll so nach dem Ende des Studiums oder der Ausbildung der Einstieg in die Berufswelt erleichtert werden.


Betriebe und Organisationen profitieren vor allem dann von Praktikanten und Praktikantinnen, wenn diese hoch qualifiziert sind und anspruchsvolle Tätigkeiten übernehmen können. Was zu Beginn als Chance für die Absolventen und Absolventinnen gedeutet wurde, hat sich mittlerweile jedoch zu ihrem Nachteil gewandelt: oft ist es in bestimmten Arbeitsbereichen (z.B. Medien, kreative und soziale Berufe, NGO-Bereich) kaum mehr möglich, eine bezahlte Tätigkeit zu erhalten, ohne vorher neben oder nach einer langen Ausbildungszeit zusätzlich über längere Zeiträume unbezahlt gearbeitet zu haben. Die soziale Situation der Praktikanten und Praktikantinnen ist daher oft prekär. Häufig sind sie nicht einmal arbeits- und sozialrechtlich abgesichert.


Zudem erweist sich das Praktikum nicht selten als Reinfall: So werden Praktikanten und Praktikantinnen gerne für diverse Hilfstätigkeiten eingesetzt und erhalten kaum die Möglichkeit,  den gewählten Berufsbereich selbständig zu erforschen und kennen zu lernen.


Um die missbräuchliche Nutzung zu unterbinden, sprach sich die Arbeiterkammer Wien erst kürzlich deutlich gegen unbezahlte Praktika nach einer erfolgreichen facheinschlägigen Ausbildung aus, da in diesem Fall nichts gegen eine reguläre Anstellung spricht. Weiters forderte sie u.a. eine klare Definition von Praktika, sowie die Festlegung von Standards, einen kollektiv vertraglichen Mindestlohn und die volle  Sozialversicherungspflicht.


Quellen: (4.5.2010)
http://wien.orf.at/stories/439321/
http://derstandard.at/3129706
http://wien.arbeiterkammer.at/online/page.php?P=67&IP=54858