Kunst, Kultur und Medien - Umgestaltung des Dr. Karl Lueger-Denkmals
Das Dr.-Karl-Lueger-Denkmal am gleichnamigen Platz im ersten Wiener Gemeindebezirk ist ein umstrittenes Thema der Stadtpolitik. Der Wiener Bürgermeister des ausgehenden 19. Jahrhunderts baute zwar die ÖVP-Vorgängerpartei der Christlich-Sozialen zu einer modernen Massenpartei aus und modernisierte Wien, war aber auch als polemischer Redner und Antisemit bekannt. Daher fordern einige Kritikerinnen und Kritiker die Umgestaltung des Denkmals, wobei die Diskussion durch die Ausschreibung der Universität für Angewandte Kunst Wien für ein „Mahnmal gegen Rassismus und Antisemitismus“ neuen Aufwind erhalten hat.
Das Dr.-Karl-Lueger-Denkmal am gleichnamigen Platz im ersten Wiener Gemeindebezirk ist ein umstrittenes Thema der Stadtpolitik. Der Wiener Bürgermeister des ausgehenden 19. Jahrhunderts baute zwar die ÖVP-Vorgängerpartei der Christlich-Sozialen zu einer modernen Massenpartei aus und modernisierte Wien, war aber auch als polemischer Redner und Antisemit bekannt[i]. Daher fordern einige Kritikerinnen und Kritiker die Umgestaltung des Denkmals, wobei die Diskussion durch die Ausschreibung der Universität für Angewandte Kunst Wien für ein „Mahnmal gegen Rassismus und Antisemitismus“ neuen Aufwind erhalten hat[ii].
Dr. Karl Lueger war von 1897 bis 1910 Bürgermeister der Stadt Wien. In seiner Amtszeit wurden wichtige Infrastrukturprojekte fertigestellt (z.B. zweite Wiener Hochquellwasserleitung, Gaswerke, Elektrizitätsversorgung, Modernisierung der Straßenbahnen). Gleichzeitig veränderte sich sein Auftreten im Laufe der Zeit immer mehr vom liberal-bürgerlichen Politiker zum selbsternannten Volkstribun, der gerne im Dialekt sprach und Politikerinnen und Politiker als abgehoben kritisierte. Seine Reden waren antisemitisch und verherrlichten die katholische Kirche als Beschützerin vor dem „Judentum“. Selbst Adolf Hitler verehrte Karl Lueger (wohl wegen seines Antisemitismus) und nannte ihn in „Mein Kampf“ den „größten deutschen Bürgermeister“.
Gegnerinnen und Gegner einer Umgestaltung warnen davor, Lueger aus dem historischen Kontext zu reißen. Antisemitismus sei damals, besonders im Umfeld der katholischen Kirche, nicht ungewöhnlich gewesen. Außerdem habe Lueger selbst keine antisemitischen Verbrechen begangen, befohlen oder gutgeheißen. Vor allem die FPÖ fordert, das Denkmal unangetastet zu lassen und aus der Zeit heraus zu verstehen. ÖVP und SPÖ können sich zwar eine ergänzende Tafel vorstellen, sind aber gegen die Umgestaltung des Denkmals[iii].
